Die Burg
Die Cadolzburg liegt auf der Felsnase eines Sandsteinrückens und damit, auf die Verhältnisse des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bezogen, verteidigungsstrategisch äußerst günstig. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die heute zu besichtigende Burg, deren älteste Mauerteile aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammen, Vorgänger hatte, deren Beschaffenheit unbekannt sind. Bekannt sind dagegen zwei Männernamen, die in einen engeren Zusammenhang mit der Cadolzburg zu bringen sind: „Kadold“ und „Helmericus“. Nach einem gewissen „Kadold“ ist die Burg wohl benannt. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um den Gründer des 793 entstandenen Klosters „Herrieden“ bei Ansbach. Auf sichererem Gebiet bewegt sich die Geschichtsschreibung, wenn sie in „Helmericus“ den Kirchenvogt Markt Erlbachs sieht, der 1157 als Herr „de Kadoldesburc“ einem Gütertausch zustimmte. Weder Kadold noch Helmericus waren Zollern. Diese, später Hohenzollern genannt, kamen erst Ende des 12. Jahrhunderts nach Nürnberg. Von hier, besonders aber von der vor 1246 in ihren Besitz gelangten Cadolzburg aus, erweiterten die Zollern ihre Machtbasis in Franken durch geschickte Hausmachtpolitik. Wie immer die fortifikatorische Anlage aussah, die im Hochmittelalter in Cadolzburg existiert hatte, ab ca. 1250 entstand die Burg neu, denn damals wurden die heute ältesten Teile der Burg, wie z.B. der Torturm der Kernburg und die Ringmauer gebaut. Über mehr als 200 Jahre blieb die Cadolzburg bevorzugter Wohnort und Residenz der fränkischen Hohenzollern. In der Blütezeit der Burg entstanden Auf-, Aus- und Umbauten am und im Alten und Neuen Schloss, am Kapellentrakt, in den Burghöfen und selbst den vorgelagerten Marktplatz betreffend. Da die Bedeutung der Burg nicht nur in ihrem Schutzcharakter lag, sondern auch in ihrer Rolle als Wirtschafts- und Verwaltungszentrum zu suchen ist, befanden sich in der großen Vorburg neben den Ansitzen der Burghüter u. a. Vorratsgebäude (Getreidekasten und Haferscheune), Kasten- und Vogteiamt, Fronfeste, Brunnen, Burggarten, Pferdeschwemme, Taubenschlag und Waschhaus. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in der Vorburg u. a. die Löschgeräte der Freiwilligen Feuerwehr, die Gendarmerie, das 2. Pfarramt, das Landschulhaus und das Finanzamt untergebracht. Am 17. April 1945 ging die Cadolzburg durch Artillerie- und Raketenbeschuss in Flammen auf. Seit Beginn der 1980er Jahre befindet sie sich im Auftrag ihres Eigentümers, des Freistaates Bayern, im Wiederaufbau. Verwaltet wird sie durch die Burgverwaltung Nürnberg als Teil der Landesbehörde „Bayerische Schlösser, Gärten und Seen“. Das Kulturamt des Marktes Cadolzburg bietet regelmäßige Burgführungen an:
Ab Sonntag, den 28. März 2010 bis Dienstag, den 24. August 2010 finden an allen Sonn- und Feiertagen um 14:00 Uhr Führungen statt.
Im Juli bieten wir darüber hinaus auch an allen Samstagen um 14:00 Uhr Besichtigungen an. Während der Musical-Aufführungen der „Die Weiße Witwe“ finden zusätzliche Sonderführungen statt!
Gruppenführungen können im Rathaus Cadolzburg (09103/509-32) angemeldet werden. Der Unkostenbeitrag beträgt 2,- Euro pro Person, Kinder unter 10 Jahren haben freien Eintritt.