Markt Cadolzburg

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Neue Herausforderungen für den Marktgemeinderat

CADOLZBURG – Bereits in der dritten Sitzung konnte der Lenkungskreis des Cadolzburger ISEK-Prozesses schon Ergebnisse aus den einzelnen Arbeitskreisen präsentieren. Gemeinsam mit dem Büro Projekt 4 Stadt- und Freiraumplanung aus Nürnberg hat sich Cadolzburg auf die Fahnen geschrieben, ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) zu erstellen, welches auch Voraussetzung für weitere staatliche Fördermittel aus der Städtebauförderung ist.
 
Ein besonderes Merkmal dieses zukunftsgerichteten Prozesses ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. So fanden sich Vertreter aus den verschiedensten Vereinen und Interessensgruppen, aber auch einzeln interessierte Bürger zu insgesamt vier Arbeitskreisen mit den Themenbereichen „Wohnen & Leben“, „Verkehr & Mobilität“ „Besucher & Tourismus“ sowie „Egersdorf-Wachendorf“ zusammen. Mit letzterem sollten vor allem die Veränderungsbedürfnisse des zuletzt am stärksten wachsenden Ortsteils der Marktgemeinde gewürdigt werden.
Erster Bürgermeister Obst freute sich in seiner Begrüßung über die rege Beteiligung aus der Bürgerschaft und die gute Zusammenarbeit in den Arbeitskreisen, und gab sogleich die Zielrichtung der Veranstaltung vor: „Wir wollen heute die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen kompakt vorstellen und Handlungsempfehlungen an den Marktgemeinderat möglichst einstimmig beschließen.“
Petra Güttler-Opitz vom Planungsbüro stellte daraufhin den bisherigen Prozessablauf sowie den aktuellen Planungsstand kurz dar, bevor die Sprecher der Arbeitskreise die Aufgabe bekamen, innerhalb von zehn Minuten den Anwesenden die wichtigsten Inhalte ihrer Themenbearbeitung näherzubringen.
 
Im ersten Arbeitskreis „Wohnen & Leben“ freute man sich über ein sehr konstruktives Miteinander. Der Schwerpunkt lag dabei eindeutig bei umweltbewussten und nachhaltigen Lebensformen. Verwaltung und Bürgerschaft solle den ökologischen Fußabdruck Cadolzburgs aktiv mitgestalten und damit auch Vorbildwirkung für die Gesellschaft einnehmen. Dazu gehöre dann auch eine gute Öffentlichkeitsarbeit. Helfen können dabei auch neue Stellen in der Verwaltung, davon ist der Arbeitskreis überzeugt.
Keine Frage war, dass das Thema Verkehr in allen Arbeitskreisen eine große Rolle spielte. So resümierte auch der Arbeitskreis Wohnen und Leben am Ende, dass allen mit einer Umwidmung der Ortsdurchfahrt von der Staatstraße zu einer Gemeindestraße viele Entwicklungsmöglichkeiten aufgetan werden könnten.
 
Den immensen Handlungsbedarf konnte man ohne Mühe aus den Ausführungen des Berichterstatters des Arbeitskreises Verkehr und Mobilität erkennen. Über fünfzig Seiten einzelner Forderungen und deren analysierten Auswirkungen wurden formuliert. Gut, dass der Sprecher der Gruppe in der Lage war, angesichts der begrenzten Vorstellungszeit sich auf die wesentlichen Punkte zu beschränken. Mit Vorschlägen zu den Themen Verkehrssicherheit, Lärm- und Schadstoffminderung, Schulwegsicherheit, Ausbau von Radwegen und weitere Verbesserungen des ÖPNV soll primär für Verkehrsentlastung gesorgt, und nebenbei auch zusätzliche Fördergelder in die Marktkasse gespült werden.
 
Der Arbeitskreis „Besucher und Tourismus“ entwickelte fünf Handlungsbereiche, die sich naturgemäß vor allem darum drehten, den bereits tatsächlich merklich steigenden Besucherzahlen im Zusammenhang mit der Öffnung des Erlebnismuseums auf der Cadolzburg gerecht zu werden. Themen wie eine verbesserte Beschilderung und öffentliche Toiletten wurden dabei durch die Verwaltung bereits in Angriff genommen, weitere Vorschläge werden geprüft.
Und auch aus dem Expertenkreis Egersdorf-Wachendorf gab es einige Punkte, bei denen Verbesserungspotenzial gesehen wird. So kann man sich mit der Ausgestaltung des Platzes vor dem alten Rathaus Wachendorf sowie der Bushaltestelle weitere Entwicklungsperspektiven vorstellen. Für die Bebauung des Kindergartengrundstücks, welches nach Umzug des „Schwalbennest“ in die neue Kindertagesstätte am Rande des Sportgeländes Wachendorf frei werden wird, solle eine zweigeschossige Bebauung für mehrere Generationen vorgesehen werden. Und auch hier das Thema Verkehr: Einbahnstraßenlösungen könnten nach Ansicht des Arbeitskreises die Ringstraße und Bahnhofsstraße entlasten, freilich nur als Teil eines noch zu untersuchenden Gesamtkonzepts, um ungewollte Ausweichrouten zu vermeiden.
 
Nach einer knappen Stunde war dann das Planungsbüro wieder am Zug und stellte die aus den Ergebnissen entwickelten Handlungsfelder und deren Priorisierung vor.
Anschließend wurden diese nochmals von der Versammlung diskutiert. Erster Bürgermeister Obst moderierte souverän, sodass doch eine breite Themenauswahl angesprochen werden konnte.
Angesichts ihrer üppigen Vorschlagsliste fanden sich die Verkehrsfachleute nicht genügend in den Maßnahmenformulierungen wieder, aber auch der Bereich Wohnen und Leben wünschte sich mehr Berücksichtigung. Stefan Hagedorn (Projekt 4) konnte jedoch klären, dass nicht alle Schlagworte und Ergebnisse auch wortgleich in den Maßnahmenbeschreibungen unterzubringen sind. Gleichwohl blieben diese durch den beigefügten Ergebniskatalog immer präsent und in der Umsetzung berücksichtigt.
Hier bekamen die Planer dann auch unerwartet Unterstützung aus dem Lenkungskreis. Andrea Holzammer lobte ausdrücklich die gute Zusammenfassung der Ergebnisse und den Abschlussbericht und appellierte an alle Beteiligten, und vor allem die Mitglieder des Marktgemeinderats, sich diesen Bericht intensiv zu Gemüte zu führen.
Dies veranlasste Marktgemeinderat Fingerhut -selbst auch Mitglied des Lenkungskreises- dazu, das außerordentliche Engagement und die disziplinierte Diskussionskultur während des gesamten ISEK-Prozesses hervorzuheben.
 
Am Ende einigte man sich doch noch auf einzelne Ergänzungen bei den Maßnahmenformulierungen. Zufrieden konnte Bürgermeister Obst dann keinerlei Gegenstimmen bei der abschließenden Frage vernehmen, die ergänzten Handlungsfelder dem Marktgemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen.
Nun also liegt es am Marktgemeinderat und natürlich auch an den finanziellen Möglichkeiten des Marktes, die erarbeiteten Vorschläge sukzessive zur Umsetzung zu bringen.
 
 
Cadolzburg, den 11.12.2018
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