Demenzfreundliche Kommune: Markt Cadolzburg

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Demenzfreundliche Kommune

Gemeinsam Demenzfreundlich in Cadolzburg

Unter diesem Motto macht sich die Marktgemeinde auf den Weg, eine demenzfreundliche Kommune zu werden. Auf Initiative des Cadolzburger Seniorenbeirats hat sich ein kleiner Arbeitskreis rund um die Quartiersmanagerin Jenny Fischer gegründet und am 22. März zur offiziellen Auftaktveranstaltung in die Mehrzweckhalle Wachendorf geladen. 
1. Bürgermeister Bernd Obst begrüßte die zahlreich erschienenen Mitbürger und Mitbürgerinnen mit einem Appell: „Wir brauchen Sie! Nehmen wir uns gemeinsam der Menschen an, die dringend auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Bringen Sie sich ein!“
Wie das geht, erläuterte Jenny Fischer im Anschluss. Demenzfreundliche Kommunen setzen auf Partnerschaft und Kooperation – zwischen Kommune, ortsansässigen Vereinen, regionalen Partnern und Institutionen und engagierten Menschen vor Ort. 
Drei Säulen bilden die Grundlage. Die erste ist die Arbeitsgruppe, in der sich alle Interessierten einbringen können - egal ob Ehrenamtliche, Kirchengemeinde, professionelle Einrichtung oder lokaler Verein. So soll ein Netzwerk entstehen, das gemeinsam Ideen für notwendige Projekte und Aktionen ausarbeitet. 
Dafür macht die Arbeitsgruppe, als zweite Säule, zunächst eine Bestandsanalyse für Cadolzburg: Was gibt es bereits? Was fehlt und wie können bestehende Angebote optimal vernetzt werden, damit es zu keinen unübersichtlichen Parallelstrukturen kommt? 
Einige Ideen gibt es schon und warten auf ihre Umsetzung: so soll z.B. ein Generationengarten entstehen, Freizeitangebote für Betroffene aber auch deren Angehörige soll es geben und es sollen regelmäßig Fachvorträge, Workshops und Informationsveranstaltungen stattfinden. 
Als dritte Säule sind spezielle Schulungen für die lokalen Kooperationspartner wie Banken, Verwaltung, Einzelhandel, Feuerwehr und Vereine vorgesehen. Sie sollen für das Thema sensibilisieren und den Umgang mit Betroffenen leichter machen. 
Es geht darum, nachbarschaftliches Engagement, kommunale, kirchliche und professionelle Unterstützungsangebote in Cadolzburg so aus- und aufzubauen, dass ein Leben mit Demenz lebenswert ist und die aktive Teilhabe am öffentlichen Leben der Gemeinde möglichst lange erhalten bleibt. 
Die Theatergruppe „Die Wiesentaler“ begleitete das Thema des Abends von der humorvollen Seite. Denn, so tragisch das Leben mit Demenz auch manchmal ist, Humor kann dazu beitragen die Herausforderung eines sorgsamen Umgangs mit Menschen mit Demenz zu meistern.

Der Karikaturist und Autor Peter Gaymann lieferte mit seinen Cartoons unter der Überschrift „Demensch – Humor trotz(t) Demenz“ die Vorlage für die Sketche. Eine Ausstellung der Cartoons ist noch bis 2. Mai im Cadolzburger Rathaus zu sehen. 
Ab  5. April trifft sich die Arbeitsgruppe regelmäßig und hofft auf regen Zuspruch. Die Termine werden hier bekannt gegeben. Sie, sowie weitere Informationen können auch per Mail und telefonisch unter Mobiltelefon: 0176 20751794 angefragt werden.  Wer mitmachen will ist jederzeit willkommen!
 

Einladung zum Arbeitskreis Demenzfreundliche Kommune Cadolzburg

Es ist unser Ziel als demenzfreundliche Kommune, dass sich Menschen in ihrem Zuhause, solange wie möglich, in Cadolzburg aufgehoben fühlen. Hierfür bedarf es allerdings Aufklärung, einer guten Kooperation und Vernetzung durch nachbarschaftliches Engagement und Unterstützungsangebote in der Gemeinde. Wir brauchen Bürger*innen und lokale Akteure, die sich einbringen, mit gestalten und für das Thema im öffentlichen, kirchlichen und gewerblichen Leben sensibilisieren. Wir brauchen Sie! Bringen Sie sich mit Ihren Ideen und Ihrer Zeit ein und öffnen Sie den Blick für unsere Mitmenschen, denn Demenz ist keine ausschließende Krankheit, sondern eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft.
Wir laden Sie herzlich zum ersten Treffen der Arbeitsgruppe am

Dienstag, 05.04.2022, 10:00 Uhr, in den Räumen des BRK, Hindenburgstr 14a in Cadolzburg.

Für eine Anmeldung per E-Mail an 
oder Mobiltelefon: 0176 20751794 wären wir sehr dankbar und freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ausstellung anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Demenzfreundlichen Kommune

Zeichnungen von Peter Gaymann im Rathaus ausgestellt

Demenz und Humor: passt das? Im Jahr 2013 rief einer der bekanntesten und beliebtesten Grafiker, Cartoonisten und Schriftsteller Deutschlands, Peter Gaymann, zusammen mit dem Gerontologen und Sozialexperten Thomas Klie das Projekt "Demensch - Humor trotz(t) Demenz " ins Leben. In dieser Ausstellung widmet sich der Künstler mit viel Fingerspitzengefühl und einer Prise Humor dem Thema Demenz - und das mit großem Erfolg.

Immer wieder touren die "Demensch"-Zeichnungen durchs Land. Ab dem 24.3.2022 machen die 12 Karikaturen anlässlich der Auftaktveranstaltung zur demenzfreundlichen Kommune auch in Cadolzburg Halt. Zu sehen sind die Karikaturen mit kurzen fachlichen Erläuterungen ab dem 24.3.2022 im Rathaus des Marktes Cadolzburg.

Gerne laden wir alle Bürgerinnen und Bürger ein, die Ausstellung zu besichtigen und zu schmunzeln.

Einladung zur Auftaktveranstaltung

Das sind unsere Ziele

  • Den Lebensraum in Cadolzburg und die Infrastruktur so gestalten, dass sich Demenzkranke im eigenen Zuhause aufgehoben fühlen und so lange wie möglich mit der Krankheit Demenz zuhause im gewohnten Umfeld wohnen können
  • Nachbarschaftliches Engagement schaffen zur Unterstützung von Demenzkranken und Angehörigen
  • Professionelle Unterstützungsangebote in der Gemeinde schaffen
  • Auf Hilfs- und Beratungsangebote im Umkreis von Cadolzburg hinweisen – Betroffene sollen nicht alleine dastehen
  • Sensibilisierung für das Thema im öffentlichen, kirchlichen und gewerblichen Leben
  • Möglichkeiten schaffen für eine lange aktive Teilhabe der Betroffenen am öffentlichen Leben
  • Freizeitangebote für und mit Demenzkranken
     

Auf dem Weg zur demenzfreundlichen Kommune

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Cadolzburg,

in Deutschland sind etwa 1,6 Mio. Bürgerinnen und Bürger an Demenz erkrankt und die Tendenz ist steigend. Dies bedeutet, dass vermutlich auch in Cadolzburg 1,92 %, das sind immerhin ca. 200 Personen, die an dieser Krankheit leiden, wobei die Dunkelziffer vermutlich sehr hoch ist und die Menschen oft keine eindeutige(ärztliche) Diagnose erhalten.
Eine Demenzerkrankung ist neben vielen organisatorischen Fragestellungen für die Betroffenen und Familienangehörigen oft mit psychischen Belastungen, Ängsten und Stress verbunden. Manchmal kann es für Patienten und ihre Familien sehr schwierig sein, allein damit fertig zu werden. In solchen Situationen ist eine professionelle Unterstützung und Entlastung wichtig.
Auch ein Leben mit Demenz ist lebenswert! Deshalb wollen wir gemeinsam eine demenzfreundliche Kommune werden. Was kann man sich darunter vorstellen?
Es ist unser Ziel als demenzfreundliche Kommune, dass sich Menschen in ihrem Zuhause in Cadolzburg aufgehoben fühlen. Hierfür bedarf es allerdings einer besseren Kooperation und Vernetzung durch nachbarschaftliches Engagement und Unterstützungsangebote in der Gemeinde. Wir brauchen Bürgerinnen und Bürger, die sich einbringen, mitgestalten und für das Thema im öffentlichen, kirchlichen und gewerblichen Leben sensibilisieren. 

Wir brauchen Sie! Nehmen wir uns gemeinsam der Menschen an, die dringend auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Bringen Sie sich ein und öffnen Sie den Blick für unsere Mitmenschen, denn Demenz ist keine ausschließende Krankheit sondern eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. 
Wir laden Sie herzlich ein, sich mit Ihren Möglichkeiten für die Gemeinschaft einzubringen und würden uns sehr freuen, wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen.

Ihr
Bernd Obst
1. Bürgermeister
Markt Cadolzburg
 

Ich will mitmachen, weil...

Bericht über die Info-Veranstaltung zur bayerischen Demenzwoche am 23.09.2021

Demenz: Wie kann man Angebote verbessern

Cadolzburg will eine demenzfreundliche Kommune werden. Der Gemeinderat hat dies einstimmig beschlossen. Doch was sind die besonderen Bedürfnisse demenzkranker Menschen in der Marktgemeinde? Was fehlt? Was gibt es bereits? Was ist machbar? Das gilt es jetzt herauszufinden. Die Idee geht auf die „Initiative Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken“ zurück. Nina Gremme und Eva Adorf von der Fachstelle „Demenz und Pflege Mittelfranken“ haben das Projekt entwickelt und begleiten die Umsetzung in den jeweiligen Kommunen. Denn nicht nur Cadolzburg hat sich bereit erklärt, mitzumachen. „Dass sich der Landkreis als Ganzes auf den Weg macht, ist schon ein tolles Engagement“, schwärmt Nina Gremme am Ende der Informations-Veranstaltung zum Thema „Demenz: Wie kann man Angebote verbessern?“ im Saal des Cadolzburger Baubetriebshofes. Hierzu hatte das Caritas-Quartiersbüro Cadolzburg, die lokale „Allianz für Menschen mit Demenz des Landkreises“ sowie die Fachstelle „Demenz und Pflege Mittelfranken“ im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche eingeladen. „Zunächst wollten wir landkreisweit Arbeitsgruppen zu den einzelnen Themen bilden“, berichtet die Allianz-Koordinatorin Angelika Bleicher, „doch das war schwer zu realisieren - dafür ist der Landkreis Fürth zu groß. Deshalb wollen wir jetzt in jeder Kommune eine Arbeitsgruppe bilden, mit Leuten, die sich vor Ort auskennen.“ Damit es möglichst wenig Informations-Wirrwarr gibt und nicht jede Gemeinde für sich allein arbeitet, sollen sich diese Gruppen zu einem Netzwerk zusammenschließen um Synergien zu nutzen und sich gegenseitig zu unterstützen. Auch in Cadolzburg wird so eine Arbeitsgruppe gegründet. Jeder kann mitmachen, die Marktgemeinde demenzfreundlicher zu gestalten. Jenny Fischer vom Caritas-Quartiersbüro Cadolzburg hofft, „dass sich viele engagieren, egal ob man Angehöriger, selbst betroffen oder noch nicht mit dem Thema konfrontiert ist. Denn Demenz kann jeden treffen.“ Außerdem kommen die demenzfreundlichen Maßnahmen in der Regel jedem zu Gute. Was alles möglich ist, schildern Nina Gremme und Eva Adorf in ihren Vorträgen mit vielen Beispielen: Da gibt es Grundschul-Musikunterricht in Pflegeheimen, Ruhebänke an zentralen Orten zur Kontaktaufnahme, bessere Ausschilderungen, Fahrdienste, spezielle Sportangebote, Angebote für Angehörige und vieles mehr. Die Ideen sind genauso vielseitig wie die jeweiligen Bedürfnisse in den einzelnen Orten. Und es wird ausdrücklich darum gebeten „über den Tellerrand zu schauen“ und sich zu ergänzen. Was genau in Cadolzburg gebraucht wird, soll der Arbeitskreis in  einer ausführlichen Bestandsaufnahme erarbeiten. Erste Ideen werden gleich am Ende der Veranstaltung gesammelt, wie z.B. eine bessere Beschilderung der Gebäude, mehr Freizeitangebote für Demente, bessere Informationen über Angebote und mehr Barrierefreiheit im Ort. Wer bei der Arbeitsgruppe mitmachen möchte, kann sich bei Jenny Fischer vom Caritas Quartiersbüro per Mail quartier-cadolzburg@caritas-fuerth.de oder unter Mobiltelefon: 0176  20751794 melden.    

Bericht: Brigitte Riemann